Gesundheit aktuell

Hier unser Ratgeber des Monats

Fragen rund ums Thema Antibiotika

Birgit Eberth Apothekerin, Heilpraktikerin
Birgit Eberth
Apothekerin, Heilpraktikerin

Ihr Apothekentipp für November von Birgit Eberth

Sibylle Bimmrich PTA, Heilpraktikerin
Sibylle Bimmrich
PTA, Heilpraktikerin

Ihr Apothekentipp für November von Sibylle Bimmrich

Die Grippe- und Erkältungszeit rückt näher, damit auch die Frage: Nehme ich ein Antibiotikum zur schnelleren Genesung ein? Die wichtigsten Antworten zum Thema finden Sie hier ...

Wie wirken Antibiotika? Sie sind natürliche Stoff­wechsel­pro­dukte von Bakterien, Pilzen oder auch hö­he­ren Or­ga­nis­men (z.B. Pflan­zen, Am­phi­bi­en), die das Wachs­tum von an­de­ren, krank machen­den, Bak­terien hem­men oder diese abtöten.

Bekämpfen sie auch Viren? Nein! Bis zu 90 Prozent aller grippalen In­fek­te wer­den aber durch Vi­ren ver­ur­sacht. Da hel­fen Antibiotika nicht. Sie wer­den al­ler­dings oft ver­ord­net, um mög­lich­er­wei­se auf­tre­ten­de bak­te­ri­el­le Be­gleit­in­fektionen zu bekämpfen.

Wie nimmt man sie richtig ein? Ein Antibiotikum muss re­gel­mäßig, aus­rei­chend do­siert, mit reich­lich Was­ser und über den ge­sam­ten, vom Arzt ver­ord­ne­ten, Zeit­raum ein­ge­nom­men werden.

Was heißt Antibiotika-Resistenz? Resistenz heißt, dass ein Bak­te­ri­um ge­gen­über einem Anti­biotikum un­empfind­lich ist, das Me­di­ka­ment wirkt also nicht mehr. Wie das ge­sche­hen kann? Zum einen sind Bak­terien wand­lungs­fähig, es bil­den sich stän­dig ge­ne­tisch ver­än­der­te Bak­terien mit neuen Fähig­kei­ten. Zum an­de­ren über­le­ben bei einem vor­zei­ti­gen Ab­bruch der The­ra­pie, einer un­regel­mäßi­gen Ein­nahme oder einer nicht aus­rei­chen­den Dosierung etc. davon die wider­stands­fähigsten: so ent­stehen re­sis­ten­te Erreger.

Sind Wechselwirkungen möglich? Ja! Be­stimmte Arznei- und Ge­nuss­mit­tel kön­nen die Wir­kung ei­nes Anti­biotikums be­ein­träch­ti­gen. Das wären z. B. man­che Mittel ge­gen Epi­lep­sie, ver­schie­de­ne Mi­ne­ral­stof­fe sowie Milch­pro­duk­te. Um­ge­kehrt kann eine Anti­biotika­ein­nahme unter Um­stän­den die Wir­kung der „Pille“ stö­ren. Las­sen sie sich bitte voll­ständig informieren.

Treten Begleiterscheinungen auf? Aller­gi­sche Re­ak­tio­nen, z.B. in Form von Haut­aus­schlä­gen, oder ver­mehr­tes Auf­tre­ten von Scheiden­pilz sind möglich. Während der The­ra­pie kann es auch vor­kom­men, dass Bak­te­ri­en ab­ge­tötet wer­den, die für eine ge­sunde Darm­flora nütz­lich sind. Daher ist eine der am häufig­sten vor­kom­men­den Neben­wir­kun­gen der Durch­fall. Dem kann durch Ein­nahme von me­di­zi­ni­scher Hefe oder hoch­dosierten milch­säure­bildenden Darm­bak­terien vor­ge­beugt werden. Hält starker Durch­fall den­noch län­ge­re Zeit an, ist es rat­sam einen Arzt aufzusuchen.